Audio läuft perfekt, aber das Video ruckelt. Das ist kein Zufall — Audio und Video haben grundlegend unterschiedliche Anforderungen an die Verbindung. Hier ist warum, und was RGBeats dagegen tut.
Audio vs. Video: der Unterschied in Zahlen
Stereo-Audio mit 320 kbps braucht eine stabile Verbindung von unter 0,5 Mbit/s. Das ist so wenig, dass selbst ein schwaches 3G-Signal ausreicht.
Video ist eine andere Welt: 720p mit 30fps braucht realistisch 2–4 Mbit/s Upload. Und das kontinuierlich — nicht im Durchschnitt, sondern Sekunde für Sekunde. Ein kurzer Einbruch auf 0,5 Mbit/s genügt, damit der Decoder beim Zuschauer stockt.
Warum Mobilfunk besonders problematisch ist
Mobilfunk-Upload ist von Natur aus ungleichmäßig. Das Netz priorisiert Download (Streaming, Surfen), nicht Upload. Außerdem schwankt die verfügbare Bandbreite ständig: Handbewegungen, Gäste mit Datenvolumen, Gebäudedämpfung — alles beeinflusst den Upload in Echtzeit.
Ein fester Bitraten-Stream (z. B. immer 3 Mbit/s) reagiert darauf nicht: wenn das Netz kurz einbricht, entstehen Pakete die ankommen oder fehlen — und der Zuschauer sieht ein eingefrorenes Bild oder Artefakte.
Was Simulcast bedeutet
RGBeats nutzt Simulcast: Der Broadcaster sendet gleichzeitig mehrere Qualitätsstufen desselben Videos — zum Beispiel 720p, 360p und 180p. Der LiveKit-Server wählt für jeden Zuschauer automatisch die Stufe, die seine aktuelle Verbindung problemlos empfangen kann.
Ein Zuschauer mit stabilem WLAN bekommt 720p. Jemand mit schwachem Handynetz bekommt 180p — ruckelfrei, ohne Aussetzer. Wenn sich die Verbindung verbessert, wechselt der Server automatisch auf eine höhere Stufe. Alles ohne Eingriff.
Was du als Broadcaster tun kannst
Simulcast hilft vor allem den Zuschauern mit schlechter Leitung. Wenn deine eigene Upload-Verbindung schwach ist, hilft es, die Ausgangsqualität zu reduzieren: RGBeats zeigt während des Broadcasts eine Signalstärke-Anzeige. Bei einem oder keinem Balken lohnt es sich, auf SD oder Low umzuschalten — das reduziert den benötigten Upload auf unter 1 Mbit/s.
Kurzfassung: Simulcast löst das Problem auf der Zuschauer-Seite automatisch. Für die Broadcaster-Seite gibt es die manuelle Qualitätswahl als Backup.
Warum Audio fast nie ruckelt
Opus — der Codec den RGBeats für Audio nutzt — hat eingebaute Fehlerkorrektur (RED) und kommt mit Paketverlusten bis zu 30 % noch sauber durch. Video-Codecs wie H.264 haben das nicht: ein fehlendes Keyframe und der Decoder muss auf das nächste warten. Das ist der Grund, warum Audio und Video so unterschiedlich auf eine schlechte Verbindung reagieren.