Wenn du einen Live-Stream startest, wird dein Audio komprimiert, übertragen und beim Zuhörer dekomprimiert. Welcher Codec dabei zum Einsatz kommt, entscheidet über Klang, Latenz und Robustheit bei schlechter Verbindung. Hier ist der Vergleich.
MP3 — der Klassiker mit Schwächen
MP3 ist der bekannteste Audio-Codec — und für Livestreaming der am wenigsten geeignete. MP3 wurde für das Speichern von Musik entwickelt, nicht für Echtzeit-Übertragung. Die Codierung braucht vergleichsweise viel Rechenzeit, die Latenz ist hoch (typisch 50–100 ms nur für die Codec-Verarbeitung), und bei Paketverlusten in der Übertragung entstehen hörbare Artefakte ohne Selbst-Korrektur.
MP3 bei 320 kbps klingt gut — aber es gibt keinen Grund es für Livestreaming zu nutzen.
AAC — besser, aber für andere Zwecke
AAC (Advanced Audio Coding) ist der Nachfolger von MP3 und klingt bei gleicher Bitrate deutlich besser. Apple nutzt AAC für Apple Music, Spotify für seinen Standard-Stream. Für Livestreaming ist AAC besser als MP3, aber hat zwei Probleme:
- Höhere Encoding-Latenz als Opus (20–60 ms für die Codec-Verarbeitung)
- Keine eingebaute Fehlerkorrektur für Paketverluste
AAC ist der Standard-Codec bei HLS-Streams (YouTube, Twitch) — was auch erklärt, warum diese Plattformen 5–30 Sekunden Puffer brauchen: der Puffer kompensiert, was der Codec nicht kann.
Opus — speziell für Echtzeit gebaut
Opus wurde von der IETF explizit für Echtzeit-Kommunikation entwickelt — WebRTC, Sprachtelefonie, Livestreaming. Die Unterschiede sind erheblich:
- Latenz: 2,5–20 ms Codec-Verarbeitung — eine Größenordnung weniger als MP3
- Fehlerkorrektur: Opus kann Paketverluste bis zu 30 % durch Forward Error Correction (RED) kompensieren — der Zuhörer hört nichts
- Adaptive Bitrate: Opus passt sich automatisch an die verfügbare Bandbreite an, von 6 kbps (Sprache) bis 510 kbps (Musik)
- Stereo-Optimierung: Stereo-Opus bei 256–320 kbps klingt für Musik besser als AAC bei gleicher Bitrate
Was das für RGBeats bedeutet
RGBeats überträgt mit Stereo-Opus, maximal 320 kbps. Das ist kein zufälliger Wert — es ist die Kombination die für Live-Musik die beste Klangqualität mit der niedrigsten Latenz und der höchsten Robustheit verbindet. Bei schlechter Verbindung reduziert Opus die Bitrate automatisch — ohne Aussetzer, ohne hörbare Artefakte. Das Ergebnis: Musik die sich wie Konzert anfühlt, nicht wie Telefon.