Der Proberaum ist der natürliche Lebensraum einer Band — aber oft kommt dort die beste Energie heraus, wenn niemand außer der Band selbst dabei ist. RGBeats ändert das: Mit OBS Studio und eurem vorhandenen Mixer könnt ihr Proben und Sessions live ins Netz bringen, ohne euren gewohnten Workflow zu ändern.
Warum OBS im Proberaum?
Der Browser-Broadcaster von RGBeats ist perfekt für spontane Gigs unterwegs. Für den Proberaum gibt es aber bessere Optionen: OBS läuft auf dem Laptop, der sowieso auf dem Tisch steht, kann direkt den Mixer-Mix abnehmen (USB-Soundkarte oder Digitalmixer), erlaubt mehrere Kameras gleichzeitig und bietet volle Kontrolle über Szenen, Overlays und Audioverarbeitung.
Das Ergebnis: Bandproben mit Studioqualität, die Fans und Freunde live miterleben können — ohne Streaming-Plattform, ohne Account, direkt per Link oder QR-Code.
Was du brauchst
- OBS Studio 30+ (kostenlos, Windows/Mac/Linux) — WHIP-Support ist seit Version 30 eingebaut
- Ein Laptop im Proberaum
- Euer Mischpult mit USB-Ausgang — oder eine separate USB-Soundkarte am Insert/Aux-Ausgang
- Ein RGBeats-Account mit Dashboard-Zugang
Schritt 1 — Room anlegen und WHIP-Zugangsdaten generieren
Öffne das RGBeats-Dashboard unter rgbeats.de/setup. Lege einen Room für eure Band an (z. B. „bandname-probe") und füge Titel, Location und eure Social-Links ein. Scrolle dann zur Sektion „OBS · Proberaum-Stream" und klicke auf„Zugangsdaten generieren".
Du bekommst zwei Werte: eine WHIP-URL und einen Bearer Token. Kopiere beide — du brauchst sie gleich in OBS.
Schritt 2 — OBS einrichten
- OBS öffnen → Einstellungen (oben rechts oder im Menü) → Stream
- Service: WHIP aus der Dropdown-Liste wählen
- Server: die WHIP-URL aus dem Dashboard einfügen
- Bearer Token: den Token aus dem Dashboard einfügen
- Speichern klicken
Wichtig: WHIP ist erst ab OBS 30.0 verfügbar. Ältere Versionen kennen die Option nicht — einfach updaten, OBS ist kostenlos.
Schritt 3 — Audio aus dem Mixer einbinden
Hier liegt der eigentliche Mehrwert: Statt dem Laptop-Mikro nimmst du den fertigen Mix direkt vom Pult ab. Drei typische Setups:
- Digitalmixer mit USB (z. B. Behringer X Air, Yamaha MG mit USB):Per USB direkt an den Laptop — erscheint als Audio-Interface in OBS. Im Audio-Bereich von OBS unter „Desktop-Audio" oder „Mikrofon/Aux" auswählen.
- Analogmixer mit Aux-Ausgang:Aux-Send an den Line-In einer USB-Soundkarte (z. B. Focusrite Scarlett Solo, ca. 100€). Die Soundkarte dann in OBS als Audioquelle wählen.
- Kein Mixer:OBS kann auch mehrere separate Mikrofone/Interfaces gleichzeitig einbinden und mischen. Nützlich wenn ihr ohnehin einzeln aufnehmt.
Schritt 4 — Kamera(s) einrichten
In OBS eine neue Szene anlegen und unter „Quellen" eine Videoaufnahmegerät-Quelle hinzufügen. Laptop-Webcam reicht für den Anfang — für bessere Qualität eine DSLR per HDMI-Capture-Card oder eine USB-Webcam (Logitech C920 o.ä.).
Mehrere Kameras? Einfach mehrere Quellen anlegen und zwischen Szenen wechseln. Schlagzeug-Kamera und Frontperson-Kamera als separate Szenen ist ein bewährtes Setup.
Schritt 5 — Streaming starten und teilen
Klick auf „Streaming starten" in OBS — der Stream ist sofort live im RGBeats-Room. Euer Publikum erreicht ihn über den Listener-Link: rgbeats.de/listener?room=euerroomoder per QR-Code aus dem Dashboard.
Teilt den Link vorab in eurer Bandgruppe, auf Instagram Stories oder per direkter Nachricht. Zuhörer brauchen keinen Account — einfach Link öffnen und live mithören.
Audio-Tipps für den Proberaum
- Bitrate: OBS auf 128–320 kbps einstellen (Einstellungen → Ausgabe → Streaming). RGBeats überträgt bis zu 256 kbps Opus.
- Monitoring: OBS zeigt einen Audio-Meter — stellt sicher dass der Pegel zwischen −12 und −6 dBFS liegt. Klippen vermeiden.
- Latenz: WHIP über RGBeats hat unter 500 ms Latenz — deutlich besser als YouTube oder Twitch (5–30 Sekunden).
- Probelauf: Vor der ersten echten Probe kurz testen — Stream starten, Listener-Link im eigenen Handy öffnen und Ton prüfen.
Fazit
OBS + RGBeats ist das einfachste Setup für einen professionellen Proberaum-Stream — ohne Streaming-Plattform, ohne Algorithmen, ohne Follower-Minimum. Eure Fans hören live mit, ihr behaltet die volle Kontrolle. Einmal eingerichtet, ist es ein Klick.